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Trump biedert sich bei Establishment der Republikaner an

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Einer schaltet herunter, einer startet durch: Donald Trump übt sich in seiner außenpolitischen Grundsatzrede in vager verbaler Mäßigung. Und Ted Cruz präsentiert schon die Vizepräsidentin seiner Wahl. Carly Fiorina soll das Ruder herumreißen.

28.04.2016, von Andreas Ross, Washington

 
© AFP Weiter auf der Erfolgsspur: Donald Trump am Mittwoch in Washington

Zwei republikanische Präsidentschaftsanwärter wollten am Mittwoch beweisen, wie ernst es ihnen ist. Donald Trump wagte sich nach einer Serie großer Vorwahlerfolge in Washington vor ein Fachpublikum, um eine radikal neue Außenpolitik anzukündigen, die den Kurs für mehrere Generationen feststecken soll. Mit der Maxime „Amerika zuerst“ blieb Trump sich dabei treu. Doch er verzichtete darauf, seine schrillsten Forderungen zu wiederholen.

Andreas Ross Folgen:

Bis hin zur Benutzung zweier Teleprompter suchte sich der Baulöwe und Fernsehstar möglichst präsidiabel zu präsentieren. Trump will mit mehreren konventionellen Auftritten dieser Art das Republikaner-Establishment mit der Aussicht versöhnen, dass er tatsächlich ihr Bannerträger werden dürfte. Umso lauter musste sich Ted Cruz als seriöse Alternative zu Trump in Erinnerung rufen. In Indiana stellte er die gescheiterte Präsidentschaftsbewerberin Carly Fiorina als seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft vor. Anderthalb Monate vor Ende des Vorwahlmarathons ist das ist ein ungewöhnliches Manöver. Doch Cruz weiß: Wenn Trump nächste Woche in Indiana gewinnt, dann hat er die Nominierung so gut wie sicher.

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In seiner Rede tat Trump Amerikas Außenpolitik der vergangenen Jahrzehnte als „komplettes und totales Desaster“ ab. Nach dem von Ronald Reagan mit einer Politik der Stärke errungenen Sieg im Kalten Krieg sei jede Logik in Amerikas Politik von „Dummheit und Arroganz“ abgelöst worden. Trump ging auch mit republikanischen Amtsträgern hart ins Gericht. Der von neokonservativen Ideologen im Umfeld George W. Bushs beförderte Glaube, man könne Diktaturen im Nahen Osten in westliche Demokratien verwandeln, habe der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) den Boden bereitet.

 
 
 
© Reuters, reuters Vorwahlkampf: Trump und Clinton bauen Vorsprung aus

Trump: Unter meiner Führung wird IS „sehr flott verschwunden sein“

Trump versprach, unter seiner Führung werde der IS „sehr, sehr flott verschwunden sein“. Um nicht näher ausführen zu müssen, wie er das bewerkstelligen will, bekräftigte Trump, dass Amerikas Politik nicht vorhersehbar sein dürfe. Er werde den Feind nicht wissen lassen, wann und wie er ihn angreife. Trump versprach Aufrüstung, damit die Dominanz der amerikanischen Streitkräfte nirgendwo auf der Welt in Zweifel gezogen werden könnten. Da er Handelsverträge kündigen und die abgewanderte Industrie zurückholen werde, könne sich ein von ihm regiertes Land dieses Militär auch leisten. Doch wäre es nie sein „erster Impuls“, versicherte Trump, auf „Krieg und Aggression“ zu setzen. Vielmehr zeige sich wahre Stärke in Umsicht und Zurückhaltung.

Von internationalen Organisationen hält Trump indes wenig; niemals dürfe Amerika in einem Bund mit anderen Staaten Handlungsspielraum verlieren. Doch wolle er „sehr eng mit unseren Verbündeten in der muslimischen Welt zusammenarbeiten“. Also wiederholte Trump nicht ausdrücklich seine Forderung, bis auf weiteres keine muslimischen Ausländer mehr einreisen zu lassen – er begnügte sich damit, ohne Erwähnung einer Religion eine „Neubewertung“ der Einwanderungsregeln anzumahnen. Trump unterließ es diesmal auch, die Tötung von Verwandten mutmaßlicher Terroristen anzukündigen. Der Milliardär machte vielmehr deutlich, dass er nicht nur im Mittleren Osten bereit ist, im Dienste der Stabilität mit autoritären Regimen zu kooperieren. (...)

Fwd: F.A.Z.-Newsletter: Der Tag am Mittag

 

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika/donald-trumps-praesidial-offensive-bei-us-vorwahlen-2016-14204090-p2.html?printPagedArticle=true#/elections

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